Neues Verpackungsgesetz ab dem 01. Januar 2019

Deutschland zählt statistisch mit mehr als 600 kg pro Kopf zu einem der größten Abfallproduzenten in Europa. Die deutschen Krankenhäuser sind mit jährlich ca. 1,2 Mio. t Abfall der fünftgrößte Müllproduzent, wobei 90% dieses Abfalls hausmüllähnlichen Charakter haben. Im Gesundheitssektor kommen zu den gut 1.950 Krankenhäusern noch die rund 13.600 voll- und teilstationären Pflegeheime hinzu.

Die Schonung der Umwelt und ihrer Ressourcen gewinnt aber immer mehr an Bedeutung. Nicht nur im häuslichen Bereich bringt die Entsorgung von Abfällen Herausforderungen mit sich. Denn um die steigenden Umweltbelastungen in den Griff zu bekommen, hat der Gesetzesgeber eine Fülle von Gesetzen und Verordnungen erlassen. Die wichtigste Neuerung steht zum Jahresbeginn 2019 an, das neue Verpackungsgesetz (VerpackG). Es löst die derzeit gültige Verpackungsverordnung ab. Das neue Gesetz bringt vor allem für die Erstinverkehrbringer von mit Ware befüllten Verpackungen (also die Hersteller) zahlreiche neue Pflichten mit sich, ebenso für Vertreiber, Sachverständige und die dualen Systeme. Eine neu errichtete Zentrale Stelle übernimmt hoheitliche Aufgaben. Bei Verstößen gegen das neue Verpackungsgesetz drohen dann Bußgelder bis zu einer Höhe von 200.000 €.

Ein wesentliches Ziel des Gesetzes ist die Erhöhung der Getrennterfassung von wertstoffhaltigen Abfällen. Neben den Verkaufsverpackungen unterliegen auch die Umverpackungen dem Recycling. Sie sind systembeteiligungspflichtig, wenn sie typischerweise bei privaten Endverbrauchern als Abfall anfallen. Zu den privaten Endverbrauchern zählen neben Gaststätten, Büros und Handwerksbetrieben auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.

Auch die Anforderungen an die Verwertung der von den Systemen erfassten Verpackungsabfälle werden durch das neue Gesetz deutlich erhöht. Die materialspezifischen Recyclingquoten werden an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die RecyclingQuote für Kunststoffverpackungen steigt von heute 36 Prozent schrittweise auf 63 Prozent bis 2022 an. Die Quoten bei Metallen (heute 60 Prozent), Papier (70) und Glas (75) steigen auf 90 Prozent. Außerdem wird eine neue Recyclingquote eingeführt, die sich auf alle von den Systemen in den gelben Tonnen bzw. Säcken erfassten Abfälle bezieht und insofern unabhängig ist von den aktuellen Entwicklungen bei der Systembeteiligung.

Die Systeme zur Abfalltrennung und Verwertung bemessen die Höhe ihrer Beteiligungsentgelte zukünftig unter anderem nach bestimmten ökologischen Kriterien, insbesondere nach der Recyclingfähigkeit der Verpackung und dem Einsatz von Recyclaten und nachwachsenden Rohstoffen bei der Herstellung. Folglich werden auch die Entsorgungsunternehmen ihre Kunden zu einer noch besseren Trennung ihrer wertstoffhaltigen Abfälle anhalten.

Für die sortenreine Trennung dieser Abfälle werden private Endverbraucher dann wahrscheinlich zusätzliche oder andere Sammelbehälter benötigen, was gegebenenfalls weiteren Platzbedarf mit sich bringt – Platz, der auf vielen Betriebsgeländen nicht vorhanden ist. Nicht nur Kranken- und Pflegeeinrichtungen in innerstädtischen Quartieren haben meist keine Möglichkeit, ihr Betriebsgelände zu vergrößern.

Mit Verfahren und Lösungen zur Abfallverdichtung können die betroffenen Einrichtungen diesem Platzmangel entgegenwirken. Mit mobilen Müllverdichtern für die haushaltsüblichen 240-Liter-Behälter, mit 1,1 m3 – 4-Radbehältern oder auch mit den ganz großen Müllpressen mit bis zu 24 m3 Fassungsvermögen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um den anfallenden Wertstoffmüll platzsparend bis zur Abholung durch den Entsorger zu sammeln. Für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime kann so der Platzbedarf für Abfallbehälter gleich bleiben oder sogar verringert werden. Zugleich können die Kosten für die Abfallentsorgung durch entstehende längere Abholintervalle zusätzlich reduziert werden. Auch für verschiedene krankenhausspezifische Abfälle, wie bspw. Inkontinenzmaterialien können zudem in speziellen Verfahren platzsparend und geruchsarm gesammelt und zur Abholung bereitgestellt werden.

Für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bedeutet die richtige Abfallentsorgung neben der Übernahme einer öffentlichen Vorbildfunktion vor allen Dingen eine große Herausforderung. Es wird in Zukunft immer wichtiger, auf Ressourcen zu achten, effizient zu planen, umweltgerecht zu entsorgen und Wertstoffe zurückzugewinnen. Durch ein sinnvolles Abfallmanagement können in diesem Bereich Kosten eingespart werden. Beim Abfallmanagement müssen die Abfallbeauftragten zahlreiche Anforderungen berücksichtigen. Prozesse, Arbeitsabläufe und Strukturen müssen überprüft, hinterfragt und erneuert werden. Das umfangreiche Regelwerk der Abfallentsorgung ist einem steten Wandel unterworfen, so dass Einsparpotenziale oft unentdeckt bleiben.

Überprüfung des Abfallmanagements auf:

  • Art der verwendeten Produkte, Wechsel zu langlebigeren, schadstoffärmeren Produkten

  • Wiederverwendbare Alternativen, bspw. bei der Entsorgung von Sterilgut oder Verpackungen – Fehlwürfe bei unterschiedlichen Abfallarten (Schulung der Mitarbeiter)

  • korrektes, gesetzeskonformes Trennen und Sammeln der Abfälle
  • Vergütung von Wertstoffen durch zertifizierte Entsorger

  • Behältersysteme für die unterschiedlichen Abfallarten

  • Behältergrößen, Entleerungsintervalle, Abfallverdichtung mit Pressen für wertstoffhaltigen Abfall, Abfallverdichtung von Inkontinenzmaterial etc. – Behälterstandorte, interne Transportwege und -mittel

  • Integration der externen Entsorgungsunternehmen in den Logistikprozess

Informationen zum Autor und zum Unternehmen

Autor: Götz Langer, Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH), Geschäftsführer von Allpress RIES Service- und Vertriebs GmbH, Stutensee-Spöck

Das Unternehmen: Das 1875 gegründete Traditionsunternehmen RIES vertreibt Abrollbehälter und Absetzkippermulden unterschiedlicher Größen und Ausführungen sowie mobile und stationäre Müllpressen. Am Hauptsitz in Stutensee-Spöck sind die Geschäftsfelder Service, Wartung, Reparatur und UVV Prüfungen beheimatet. Von dort aus bietet das Unternehmen mit persönlichen Ansprechpartnern Vor-Ort-Services für Verkauf und Service im ganzen Bundesgebiet

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